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Das Kühlhaus

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Die HSU Kammern
der Neugeborenen

Eine selbst geschriebene, sich ständig verändernde Geschichte auf Basis von Fakten und Wahrheiten zu GTFO

Schweigsam für die Ewigkeit

 

Einleitung

Der Chicxulub Krater, mit einem Durchmesser von ca. 180 Kilometern befindet sich auf der Halbinsel Yucatán im östlichsten Teil von Mexiko. Der Meteor, der vor ca. 66 Millionen Jahren dort einschlug, der außerdem für das Aussterben der Dinosaurier sowie eines riesigen Teiles der Mesozoischen Tier und Pflanzenwelt verantwortlich gemacht wird, hinterließ ein Iridiumvorkommen von 1,5 bis 2 Kilometern Breite und ca. 4 Kilometer Tiefe. Da das Material extrem selten, teuer und industriell sehr wichtig ist und hier fast 4000 Tonnen mit einem möglichen Gewinn von umgerechnet 300 Milliarden Dollar liegen, trat die dunkle Seite des Menschen hervor. Eine Facette die über Leichen geht, die alles tun würde um das Ziel zu erreichen.

 

An dieser Stelle kommt im Jahre 2049 eine Firma namens Dreyfus Industries ins Spiel, die überall auf der Welt massive Infrastrukturmaßnahmen getätigt hat. Ihre Beteiligung dehnt sich auf sämtliche Lebensbereiche aus und ist an die extremen Mengen Iridium interessiert, die sich tief unter dem Krater verborgen halten. Dreyfus Industries beauftragt zwei ihrer Tochtergesellschaften mit dem Bau einer unterirdischen Anlage, die offiziell durch Santonian Mining Industries gebaut und von der Santonian Mining Company verwaltet wird. Für Außenstehende ist es ein Bergbauunternehmen, welche in tieferen Segmentschichten Iridium zutage fördert. 

Sämtliche mitwirkenden Firmen, die bei der Errichtung tätig waren, mussten Verschwiegenheitserklärungen unterzeichnen und wurden von einem komplexinternen Sicherheitsunternehmen namens Kovac Defenses Services(KDS) streng überwacht. Doch irgendetwas ging nach dem Bau und dessen Fertigstellung mächtig schief. Gerüchte eines neuartigen Virus namens NAM-V kursierten unter den späteren Mitarbeitern der Santonian Mining Company. Immer mehr beklagten sich über körperliche Probleme und Veränderungen. Sämtliche Meldungen und deren Verbreitung über das Virus, Suizidversuchen, schweren Depressionsverläufen und dessen Zusammenhang mit mehreren später tot aufgefundenen Mitarbeitern wurden von der Sicherheitsfirma im Auftrag der SMC unterbunden und vertuscht.

 

Doch die Situation innerhalb von Garganta spitzte sich immer mehr zu. Es kam zu schweren Mutationsverläufen und grausam verstümmelten Mitarbeitern. Gleichzeitig meldeten die Biotracker Systeme auf mehreren Dutzend Ebenen unbekannte biologische Lebensformen, die dabei waren, die Anlage zu überrennen. Jemand oder etwas verriegelte kurz darauf den gesamten Komplex und alle Sicherheitstüren und Schotts wurden geschlossen.

 

Es war lange still und nach neusten Informationen steht der Gargantakomplex schon etliche Jahre leer. Wie sich später herausstellte, versuchte man in unterirdischen Laboren mit verschiedenen Proben auf unterschiedliche Art und Weise zu experimentieren. Auf mehreren Ebenen der Anlage fanden sich in Labortrakten immer wieder in Glaskästen gehüllte sonderbare Pflanzen und Wucherungen. Ebenso Laborberichte über den Fund verschiedener Artefakte mit sonderbaren Eigenschaften und Materialzusammensetzungen sowie unbekannten biologischen Anteilen. Im ersten Rundown, weit nach Geschehnissen von 2049 bis 2053, betraten Gefangene aus tiefgekühlten Hydrostasekammern das erste Mal den seit Jahren stillgelegten unterirdischen Komplex von Garganta.

4 Menschen - 4 Schicksale - 1 Team

 

Kovac Defenses Services, ein privates Sicherheits- und Militärunternehmen, nimmt im Januar 2052 ein BioCom System in Betrieb. Eine KI, die Zugriff auf sämtliche Kommandostrukturen, Sicherheitsprotokolle, Energiesysteme und Personalakten innerhalb der Einrichtung hat. Das Menschen, die sich in einem künstlich herbei geführten Kryoschlaf befinden, steuert und gedanklich umprogrammiert. Aus einem Bericht des US-Verteidgungsministeriums geht hervor, dass es sich um Rekrutierungen aus staatlichen Gefängnissen handelt. Jedoch geht aus geheimen Personalakten der Santonian Mining Company hervor, dass hier auch Menschen verschiedener Herkunft und Alters untergebracht sind. Manche sind freiwillig hier, doch die Mehrheit wurde entweder dazu gezwungen oder entführt und aus ihrem Leben gerissen. Ob Alte, Frauen, Männer oder Kinder. Sie alle liegen Kammer an Kammer in den streng geheimen Hallen tief unter der Erdoberfläche. Wartend auf den Kampfeinsatz oder was wahrscheinlicher ist, auf ihren Einsatz für illegale Laborversuche. Den eigenen Gedanken und Erinnerungen beraubt fristen sie dort im Schatten der Öffentlichkeit ihr Dasein. Unterdessen wurden 4 von ihnen ausgewählt, um den überrannten Komplex wieder unter Kontrolle zu bringen. Sie alle wurden aufgrund der starken Persönlichkeit ausgewählt. Ihre Unbeugsamkeit und ihre alten Instinkte sind messerscharf um das zu überstehen, was dort unten in der Dunkelheit lauert.

 

Frank Bishop ist einer von ihnen und der spätere Anführer des Teams. Er zeigt als Mensch sehr wenig Emotionen und ist darin bestrebt, seinen Job so effektiv und schnell wie möglich zu erledigen. Ein praktisch ausgerichteter Mensch. Ein Mann der Tat. Er wurde im Jahre 2001 in Lambeth von Sam und Evie Bishop geboren und hat als Praktikant bei der Santonian Strategic Investments Company angefangen, für die er mindestens 10 Jahre gearbeitet hat. In einem unachtsamen Moment seiner Vergangenheit verlor Frank eine entscheidende Wette, die ihn auf die schiefe Bahn lenkte. Er beraubte, erpresste und entführte Menschen, um an Macht und Reichtum zu gelangen. Für die ultimative Erpressung hat er begonnen, Spionagesoftware auf Laptops von hochrangigen Mitgliedern zu installieren. Zu seinem Pech gehörte eines davon Janson Davies, technischer Direktor (CTO) von Dreyfus Industries. Als alles aufflog, wurde im Auftrag von Dreyfus Industries, das Leben von Frank Bishop vollständig ausgelöscht. Seine Existenz und Mitarbeit werden bis heute bestritten. Offiziell existiert er nicht mehr. Inoffiziell wird er bei der Legion, ein geheimes militärisches Unternehmen, das ebenfalls von Janson Davies finanziert wird, gefangen gehalten und gefoltert. Durch den massiven Gedächtnisverlust aufgrund der Hydrostase Kammern erinnert er sich weder an seine Vergangenheit noch an den Mann, der ihn zerstört hat. Seine geheime Spionagesoftware und die damit verbundenen extrem sensiblen Daten des Garganta Komplexes sind noch heute von außen zugänglich.

 

Aiden Hackett, der zweite im Bunde, stammt ursprünglich aus Irland. Er ist ein sehr zynischer und negativ sarkastischer Typ, der selbst Auge in Auge mit dem Tode nicht seinen Humor verliert. Schon als Kind war sein wilder Geist eine tödliche Kraft und stieß als 5-jähriger seine Mutter von einer Klippe und tötete als 12-jähriger beim Spielen Cormac, einen von 3 Brüdern (Rory und Cillian). Offiziell hieß es, es wäre ein Versehen gewesen. Die Erwähnung seines Vaters und die damit verbundenen schmerzhaften Erinnerungen wecken in ihm eine kaum zu bändigende Wut, die den Tod des Vaters zur Folge hätte, sollte er ihm je wieder begegnen. Im Verlauf seines Lebens arbeitete Aiden dann im Kampfeinsatz für Kovac. Doch das Militär weckte nur noch mehr seine grausamen Instinkte und er tötete während einer friedenserhaltenden Mission absichtlich über 20 unschuldige Menschen. Später meldete er sich freiwillig bei der Legion und dem Hydrostase Programm, um sich selbst und seine Vergangenheit zu löschen.

 

Isaiah Woods, dessen tiefe Verbindung zu Gott selbst eine Maschine nicht zu löschen vermag und dessen echter Name lange vom OPN aufgrund ihrer eigenen Politik unter Verschluss gehalten wurde, ist ein sehr nachdenklicher und religiöser Mensch, der der Überzeugung ist, dass jede Tat etwas bedeutet und diese von Gott selbst aufgetragen werden. Bei einem Hinterhalt durch die CRF in der türkischen Stadt Erzurum wurde er als US-Kriegsgefangener entführt und tagelang gefoltert. Ihm gelang später die Flucht. Die Brutalität macht aus einem einst religiösen Mann mit Ehre und Mut eine tickende Zeitbombe. Er wurde schließlich als Sachbearbeiter auf der US-Militärbasis Larnaca angestellt. Aus unbekanntem innerem Antrieb schleuste er eine alte Schrotflinte ein und tötete in einem Amoklauf über 18 Menschen, bis er vom anwesenden Militär gestoppt wurde. Man überwies ihn zur Legion zur Löschung seines Gedächtnisses. Doch seine tiefe Verbindung zu Gott spürte er zu jeder Zeit.

 

Dr. Abeo Dauda, der vierte und letzte des Teams, ist eine gerissene und entschlossene Persönlichkeit, die sehr geheimnisvoll ist und für alles eine Lösung parat hat. Er war ein brillanter junger Geist, ein bahnbrechender Forscher, eine Säule der wissenschaftlichen Gemeinschaft. Der in Nigeria geborene Psychopharmakologe war all das, bevor sein obsessiver Ehrgeiz seinen moralischen Kompass zerstörte. Er arbeitete jahrelang als Informant, bis er von Rutger Werner im Auftrag von Dean Lockwood, Betriebsdirektor von Projekt Insight, im Tschad aufgespürt wurde. Man hielt ihm die Pistole direkt auf die Brust und er hatte die Wahl. Entweder seine ganze Tarnung fliegt auf und man spielt Interpol gewisse Informationen über eine aktive Fallnummer der Cornerstone-Prozesse zu oder man lässt Dr. Abeo für immer verschwinden, um unter Zwang direkt für Projekt „Insight“ zu arbeiten. Je länger er dort arbeitet, desto mehr häufen sich schreckliche Albträume, aus denen er nachts schweißgebadet aufwacht. Während die Anlage später von Mutationen überrannt wird, schloss sich Dr. Abeo D. schließlich aus Angst und Panik in einer der vielen Hydrostasekapseln ein.

 

Tief unter der Erdoberfläche und mitten im nirgendwo finden sich alle 4 auf eine Art Plateau wieder. Hinter ihnen ein schwarzer Abgrund. Die Kanten abgerissen und verschmort. Teile bzw. Räume der Anlage regelrecht zerrissen. Hastig verschwindet das metallische Konstrukt, dass sie hier abgesetzt hatte in der Dunkelheit. Noch ein wenig benommen und schläfrig, mit einem flauen fast schlechtem Gefühl im Magen erinnern sich die 4 merkwürdiger Weise an fast nichts mehr. Vor ihnen bäumt fast wütend ein gigantisches, weit verzweigtes Höhlensystem auf, das nur die wenigsten, als den Garganta Komplex kennen. Misstrauisch beobachten sich die 4, doch jeder von ihnen spürt, dass sie auf sich gestellt sind, sie einander brauchen und lernen müssen, einander blind zu vertrauen, wenn sie den Weg der vor ihnen liegt, überleben wollen.

 

Eine entschlossene Stimme unterbricht das Schweigen:

"Ich erinnere mich nur noch an meinen Namen, aber weder daran wie ich hier herkam, noch wer ihr seid. Aber lasst mich eines sagen, wir haben ein gemeinsames Ziel. Gerade jetzt werden wir lernen müssen miteinander auszukommen, uns gegenseitig die Schwächen und Stärken anzuvertrauen.“

 

Respektvoll reicht die unbekannte Stimme den anderen die Hand …

„Mein Name … ist Bishop. Kann ich euch Vertrauen?“

 

Bishop, Dauda, Hacket und auch Woods sind sich in ihrer Sache einig, denn ein faulig stinkender Geruch liegt in der Luft. Spätestens jetzt als sie spüren das die Gefahr hier unten nicht von ihnen ausgeht, machen sie sich auf den Weg um ihren Auftrag zu erledigen. Plötzlich bleibt Bishop noch einmal stehen, hält inne:

 

„Du, der diese Zeilen ließt und unseren Weg verfolgst. Ja, unsere Vergangenheit ist bei jedem einzelnen von uns einzigartig, doch dieser Weg, der unsere gemeinsame Zukunft bestimmt, so gefährlich, schrecklich und beängstigend dieser auch sein mag, führte uns zusammen. Jeder hat seine eigenen Stärken und Schwächen. Jeder ist ein Teil dieses Teams und dies ... ist unsere Geschichte."

Der Anfang

Wir hatten sehr schnell gespürt, dass wir hier nicht freiwillig waren, sondern durch irgendetwas oder irgendjemanden gezwungen wurden. Wachgerüttelt aus tiefgekühlten Hydrostasekammern, blickten wir in einen finsteren Abgrund. In einer Maschine, die einem Fahrstuhl ähnlich war, waren wir festgezurrt und ohne entkommen zu können, wurden wir in die Tiefe katapultiert. Trotz unserer Kleidung und der schäbigen Maske pfiff uns auf dem Weg nach unten der eiskalte Wind ins Gesicht. Die Geschwindigkeit oder vielmehr der Druck auf unseren Ohren war so extrem, dass wir mit Übelkeit und dem Kampf gegen die eigene Ohnmacht zu kämpfen hatten. Als wir nach einer gefühlten Ewigkeit unten ankamen, überließ uns die Gerätschaft, an die wir gefesselt waren unserem Schicksal.

 

Auf dem Weg durch die Ebenen fanden sich die Leichen der ehemaligen Mitarbeiter, die schwere Mutationsverläufe aufwiesen. Und dieser beißende, verwesende Gestank. Wir hatten ein richtig mieses Gefühl bei dieser ganzen Sache. Denn da war noch etwas, irgendjemand anderes. Plötzlich standen wir einem Feind gegenüber, der in seiner Art und Weise nicht jenen Kreaturen ähnelte, die wir hier unten erwartet hätten. Es war ein Gegner, der schlafend, aber jederzeit sehr wachsam, seine Tage und Nächte in den dunklen Katakomben des Gargantakomplexes verbrachte. Wir konnten versuchen, an ihnen vorbei zu schleichen oder sie zu umgehen. Aber ein kleines Geräusch, eine winzige Berührung reichte aus, um einen unter Dutzenden zu wecken. Wenn danach in den spärlich beleuchteten Hallen und endlosen finsteren Räumen viele rote Lichter begannen, das tiefe Schwarz der Dunkelheit zu stören, dann war die einzige Option laufen. Laufen, um das eigene Leben zu retten. Denn wir hatten es hier mit einem sehr schnellen und wendigen Jäger zu tun, dessen Intelligenz man weder allein noch in Massen jemals unterschätzen sollte. Und als wir diese Angriffe tatsächlich durch verschiedene Taktiken und Waffengewalt überlebt hatten, lauerten in den dunklen, unscheinbaren Gängen weitaus schlimmere Gefahren.

 

Unser Team bekam unterschiedliche Aufträge und Aufgaben, die wir erfüllen mussten, in denen immer die Hoffnung inne lag, wir könnten danach ein freies Leben führen. Wir vergaßen sie schnell wieder. Die Hoffnung, die hier tief unter der Erde nur ein Fetzen Papier mit unserer Unterschrift darstellte.

 

Die ersten Aufgaben sollten sicher stellen, dass unsere Aufseher wieder Zugang zum Komplex und den unteren Ebenen erhielten. Dafür sind die DNA und Zugangsdaten des ehemaligen Administrators von großem Interesse gewesen. Schnell stellte sich aber heraus, das noch eine Weitere fehlte. Jene eines Offiziers, der aus Sicherheitsgründen nirgends aufgeführt war. Weshalb wir die Aufgabe erhielten, sämtliche IDs mit gleichem Rang zu bekommen und sicherzustellen.

 

Natürlich ist aber auch dies nicht so einfach, wie es klingt, denn wir mussten als Team anschließend die Hydrostasekammer einer ganz bestimmten Person finden. Blöderweise und zu unserem Nachteil waren diese mit dem komplexinternen Sicherheitssystem verbunden, was seine Folgen mit sich brachte. Mithilfe dieser war es unseren Auftraggebern schließlich möglich, Zugang zur nächsten Ebene zu erhalten.

 

Leider haben die Aufseher nicht mit den komplexen Sicherheitssystemen gerechnet, die diese Anlage schützt. Unser Team wurde anschließend damit beauftragt, das komplexinterne Stromnetz am Kernreaktor zu überlasten, um so Zugang zu tieferen Ebenen zu erhalten. Natürlich blieb unser Unterfangen nicht unbemerkt. Wir sahen uns mehreren Dutzend Gegnern gegenüber gestellt, denen wir als Team mit verschiedenen Taktiken Einhalt gebieten mussten. Die Sicherheitssysteme waren einer weitverzweigten komplexen Verschlüsselung unterlegen. Wir wurden aufgrund dessen dazu aufgefordert, sämtliche zu findenden Partikeldekoder zu besorgen, mit deren Hilfe es möglich war, das Sicherheitssystem auszutricksen.

 

Der letzte Schritt und Auftrag war die Abschaltung des 2. Kernreaktors, um den Weg zum nächsten großen Abschnitt freizumachen. Und auch hier lockten wir eine Vielzahl der extrem geräuschempfindlichen Gegner an. Einem gleichzeitig neuen und noch tödlicheren Feind, der schwer zu sehen war. Nur schwache dunkle Schatten huschten über die kalten Wände des Komplexes. Wir waren gezwungen, unser Equipment und all unser Können als Team auf diesen neuen Gegner abzustimmen. Alle Aufträge erfüllend kehrten wir anschließend wieder zurück und wurden für neue spätere Einsätze in HSU`s schlafen gelegt.

 

Es war lange still in Garganta, nachdem die letzten schmerzerfüllten Schreie jener Gefangenen in der Dunkelheit verhallten, die an ihren Aufgaben und an sich selbst in den verwinkelten dunklen Gängen gescheitert waren. Irgendwann war es dann endlich soweit und die Aufseher blickten durch die verschmierten Fenster unserer Hydrostasekammern. Denn wieder wurden wir in die Tiefen von Garganta verbannt, denn der 2. Rundown hatte begonnen.

 

Noch vor der Bauplanung von Garganta, trat am 16. April 2049 auf der Halbinsel Yucatán ein massives Erdbeben der Stärke 9.8 auf der Richterskala auf. Mehrere Küstenstädte wurden aus Angst vor einem Tsunami evakuiert und in Sicherheit gebracht. 4 Tage später unterhielten sich Andrew Clinton, der sowie ich vermute, Chef der Santonian Mining Company ist, und Gustavo Peers, der mehrere persönliche Wohltätigkeitsorganisationen hat. SMC ist ihm gegenüber extrem freundlich und bietet ihm zusammen mit Janson Davies, vermutlich Geschäftsführer von Dreyfus Industries, seine Hilfe bei umfangreichen Aufräumarbeiten und großzügige finanzielle Unterstützung an. 5 Monate nach dem massiven Erdbeben in Merida wurden die Baupläne des Gargantakomplexes übergeben. Intensive Untersuchungen von Geologenteams der Verwerfungslinie des Bebens ergaben, dass der extreme Rückgang der alten Mayabevölkerung zwischen 800 und 1300 n. Chr. nichts mit den damaligen Erschütterungen direkt zu tun hatte. Sondern durch schwere Krankheitsverläufe geschah, dessen Ursache wiederum die Erdbeben gewesen sind. Ich vermute an dieser Stelle, dass etwas Seltsames im Krater freigelegt und der gesamte Gargantakomplex drum herum gebaut wurde.

Infektion

3 Monate ist es circa her, seitdem sie uns abermals in unsere Hydrostasekammern eingesperrt hatten. Noch halb schlafend in die Tiefe geschleudert standen wir wieder vor einigen dieser ... Dinger. Die Umgebung hatte den Flair einer Ausgrabungsstätte. Sie forderten von uns irgendwelche Proben mit dem Namen pMOTHER, die wir für sie hier unten besorgen sollten. Nach einigen schweren Kämpfen und überwinden einer gefühlten endlosen Zahl an Sicherheitstüren fanden wir eine kleine Kühlbox mit dem gesuchten Inhalt.

 

pMOTHER... lange habe ich mir darüber den Kopf zerbrochen und mich mit anderen Gefangenen unterhalten. Wir verbanden diese Worte mit Proben einer Königin und Ähnlichem, doch nichts ergab wirklich Sinn. Durch einen anonymen Tipp einer der anderen Gefangenen kam ich auf eine wesentlich plausiblere Spur. Dieser vermutete, dass das "p" für Plasmid steht, die wiederum in der Gentechnologie als Hilfsmittel oder als Transportvehikel zur Genübertragung und -vermehrung eingesetzt werden. Das würde bedeuten, dass das, was wir hier in den Händen hielten, wichtige Stammzellen oder vielmehr Proben zur Genforschung und Genmanipulation sind. Im späteren Verlauf unserer Geschichte werden wir schmerzhaft erkennen, dass diese gedankliche Richtung kein Hirngespinst, sondern bereits Realität im Gargantakomplex war.

 

Kurz nach der Abgabe der Proben bekamen wir wie erwartet unmittelbar den nächsten Auftrag, Findet einen Weg durch den Abschnitt, haben sie gesagt. Gelangt zum Ausgang haben sie gesagt. Die anfängliche Durchquerung gelang weitestgehend problemlos, da wir mittlerweile ein starkes Team waren und uns aufeinander blind verlassen konnten. Doch plötzlich befanden wir uns vor einer riesigen Sicherheitstür. Die schiere Größe und die bedrohliche Wirkung, die von ihr ausging, ließ nichts Gutes erahnen. Dazu befanden wir uns in einer mächtigen Lagerhalle mit viel Platz. Es gab keine ungünstigere Position für das, was folgte. Die Tür selbst begrüßte uns mit einer Klasse 7 Alarm Scanmeldung. Ich kann mich nur schwer dran erinnern, was dann geschah. Eine kaum zählbare Anzahl an verschiedenen Gegnertypen. Kleine ... Große ... ich weiß nicht mehr. Nur das unter wildem Geschrei und Waffenfeuer mich meine Teammitglieder durch den Ausgang zerrten. Dann war alles schwarz und ich verlor aufgrund meiner schweren Verletzungen das Bewusstsein.

 

Nach meiner Genesung befanden wir uns bereits im nächsten Gebiet. Das leise Surren der 4 Energiezellen neben uns war das Einzige, was in der Dunkelheit, die uns umgeben hatte, zu hören war. Es war einer dieser angenehmen Aufträge, wo wir durch die endlosen Gänge schlichen, um Energie in eine tiefere Ebene umzuleiten. Natürlich wurde uns der Ausgang durch Alarmtüren und Gegnern versperrt. Doch nach dem letzten Auftrag kam uns das hier wie ein Kinderspiel vor.

 

Wenn das so weiter geht, wird das ein Klacks. Der nächste Auftrag führte uns durch ein weitverzweigtes Tunnelsystem auf der Suche nach einem ganz bestimmten Terminal. An diesem sollten wir einen Uplink zu einem der Großrechner unserer Auftraggeber herstellen, damit diese die Sicherheitssysteme der Ebene unter uns lahmlegen konnten. Kaum hatten wir den dazugehörigen Befehl in die Konsole eingetippt, ging plötzlich der Alarm los. Eingekesselt in einem kleinen Raum, der durch zwei Türen zugänglich war, verteidigten wir unsere Position, bis der Uplink vollzogen war.

 

Als wir uns wieder einmal einen Weg durch den nächsten Zonenkomplex suchen sollten, der uns auf die untere Ebene bringt, erinnerten wir uns an einen der vorherigen Aufträge. Das wird easy, dachten wir uns lachend. Wir wunderten uns nur auf unserem Weg über das Desinfektionsequipment, welches überall herumlag. Mein Gefühl sagte mir, dass hier irgendwas faul ist. Je mehr wir in den Zonenkomplex eindrangen, desto öfter begegneten wir einem merkwürdig grünlichen Nebel. Klar war er für uns hier unten nichts Neues. Aber diese Farbe ... Wie gut das unser Auftrag darin bestand, eine wichtige Nebelturbine zu lokalisieren. Mithilfe dieser und Desinfektionspackungen sollte es leicht sein, uns einen Weg durch diesen Nebel zu bahnen, ohne mit ihm direkt in Berührung zu geraten. Es gab nur ein kleines Problem. Das laute Geräusch der Turbine und der extreme, dichte grünliche Nebel machte aus diesem Auftrag ein Spießrutenlauf. Denn die Gegner, die hier zu Hause waren, hörten und sahen wir nicht mehr. Immer wieder stürzen sie sich durch die dichte Nebelwand auf uns.

 

Dieser letzte Auftrag kostete uns fast die gesamte Kraft und wir waren sichtlich total erschöpft. Aber unsere Aufseher interessierte dies überhaupt nicht und betrauten uns direkt mit dem Nächsten. Der neue Bereich aber war überraschend hell beleuchtet, weit und offen, sodass es für uns ein Leichtes war, die Gegner und die Sicherheitsbereiche zu überwinden. Unser Auftrag bestand darin, mithilfe von 3 verschiedenen Terminals, die an unterschiedlichen Orten standen, durch Uplinks eine Triangulation durchzuführen, um eine Kühlanlage zu lokalisieren. Ein riesiger Kühlschrank? Hier unten? Will ich wissen, was sich darin befindet?

 

Der nun folgende Auftrag, nämlich Personal IDs suchen, um Näheres zur Kühlanlage heraus zu finden, sollte der härteste werden, den wir bisher erlebt hatten. Bereits auf dem Weg nach unten kreischte uns die Alarmanlage die Ohren taub. Kaum hatten unsere Füße den staubigen Boden betreten, überrannten uns die ersten Gegner. Na toll, soviel zum Abschalten der Sicherheitssysteme. Sehr helle scheinen die da oben nicht zu sein. Aber wir hatten keine Zeit, uns länger darüber Gedanken zu machen, denn dieser verdammte Daueralarm lockte mehr und mehr Gegner an. Die folgenden Stunden brachten uns an unsere körperlichen und mentalen Grenzen. Keine ruhige Minute, kein kurzes Verschnaufen, dieser Stress machte uns fertig.

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Die Schattenseite von
Dreyfus Industries

Die Experimente

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Das Datenzentrum

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Das Tunnelsystem

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Die Oberfläche

Der Schacht

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Das Ventilation System

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Der Kernreaktor

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Spezielle Kühlbehälter
mit unbekanntem Inhalt

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Das Labor

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Die schwarze Flüssigkeit

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Die Datensphären

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Unbekannte Biomasse

 

Die Meldungen über die nächste Ebene, die wir über Funk erhielten sind besorgniserregend. Scheiße … das gesamte Lüftungs- und Filtersystem des ganzen Bereiches unter uns ist komplett ausgefallen und ausgerechnet wir müssen diesen Umstand korrigieren. Die Meldungen über eine extrem hohe Sterblichkeitsrate sind beängstigend, da sich dieser grüne, hochgiftige Nebel rasend schnell ausgebreitet hatte. Mitten drin wird uns aber schnell bewusst, dass hier nicht die üblichen Gegner und Mutationen unser eigentliches Problem sind, denn diese umfunktionierten Staubsauger, die uns diesen grünen Mist vom Hals hielten, gingen uns immer wieder aus. Sodass wir gezwungen waren den Nebel direkt zu betreten um verschiedene Schlüssel und Ersatzzellen für die Reaktivierung zu besorgen. Jeder von uns ringte verzweifelt nach Luft und wir hielten die erbitterten Schmerzen zurück, verdrängten ein drohendes Organversagen und gerade so einen Kreislaufkollaps, um nicht zu sterben oder aus versehen Gegner anzulocken, die uns in dieser Lage regelrecht zerfetzen würden. Fast dem Tode nahe schlichen wir durch endlose Räume. Wie wir es schafften 5 Zellen zu besorgen weiß ich nicht mehr, nur das irgendetwas nach der Reaktivierung dieser Lüftungsanlage mächtig schief ging und wir mit lebenszerrender Energie um unser Leben rannten.

 

Nach einer Zeit in Sicherheit kamen wir langsam zur Ruhe. Der frische Sauerstoff der in unsere Ebene geblasen wurde, fühlte sich wie ein Geschenk Gottes an, meinte Woods einer meiner Kollegen, der erschöpft am Boden lag. Doch was ist das dort vorn? Eine riesige Brücke zu einem überdimensionalen Reaktorraum, sowie eine kaum zählbare Anzahl an Versorgungskisten und Schränken, dessen Inhalt unsere Augen in dieser Situation zum Leuchten brachten. Aber ... Irgendwas stimmte nicht, Bishop unser Leader, der unsere Befehle dieser uns unbekannten aber beherrschenden Stimme entgegen nahm, war wie erstarrt. Er brachte kaum noch ein Wort raus. Seine Augen waren groß und starrten in den Raum hinein. Ich schüttelte ihn. "Was ist los. Sag schon. Komm wieder zu dir. Wir brauchen dich hier mit klarem Kopf."

 

Er erinnerte uns an einen früheren kleinen Reaktor und seine Wirkung auf diese ... Dinger … Uns wurde eben befohlen diesen riesigen Reaktor wieder zum Laufen zu bringen. Wir bewaffneten uns bis an die Zähne. Jeder unserer Taschen war gefüllt mit Munition, Erste-Hilfe-Packs und unsere Sentrys waren randvoll. Minen an taktisch wichtigen Positionen platziert, starteten wir die Sequenz und der Reaktor hinter uns heulte mit einem ohrenbetäubendem Lärm auf.

 

"Was ist das … spürt ihr das auch?" … Es fühlte sich an als würde der Boden beben. Und die Ursache dafür ist nicht der Reaktor, denn es kommt aus der Richtung aus der wir gekommen waren. Dem bebenden Boden folgten mehrere markerschütternde tiefe und helle Schreie. Da waren sie … große … kleine … dutzende … nein … tausende. Die ersten Minen zerbersten die ersten Wellen und es folgt ein stundenlanger Kampf gegen diese Mutationen und vor allem gegen die Zeit, da wir zu unserem Übel auch permanent weit entfernte Terminals suchen mussten, die die Verifizierungscodes für den Reaktor beinhalten, der sich sonst wieder zurücksetzt.

 

"Ich habe die Schnauze voll… eine Pause, wenigstens eine klitzekleine", brülle ich in den Raum hinein. Nur leider blieb dafür keinerlei Zeit, denn der Weg zu unserem eigentlichen Auftrag war frei. Die Bergung und Sicherstellung einer künstlichen Gebärmutter innerhalb einer großen Kühleinrichtung. Eine künstliche Gebärmutter? Hier unten? An was in Gottes Namen forschen die hier? Der Weg zur Kühlanlage war wie nicht anders zu erwarten mehr als schwer bewacht. Nur dieses Mal war eine neue Sorte an Gegnern dabei. Schattenhafte riesige Striker, bei denen nur ihre dumpfen, tiefen Geräusche zu vernehmen waren, obwohl die Räume augenscheinlich leer aussahen. Ein falscher Schritt und alles war umsonst. Wir erreichten dennoch aber schwer verletzt die Kühlanlage und als wir sie öffneten, stockte uns der Atem, als wir in eins der kleinen Kühlbehälter guckten. Das ist … scheise verdammte … das ist ein Gott verdammtes Kind, eingehüllt in einer Art Plane, versiegelt in einem Druckbehälter. Als wir uns umschauten, sahen wir mit geschocktem Blick, mehrere dutzend solcher Behälter und noch mehr leere Vorrichtungen, in denen sie verankert waren.

 

Doch bevor wir, wie ein wütender Mob eine Erklärung einfordern konnten, hörten wir als wir plötzlich schläfrig zusammensackten einige Stimmen. „Eure Arbeit, euer Einsatz war fabelhaft. Nun schlaft und vergesst was ihr gesehen und gehört habt. Ihr werdet neue Kraft brauchen für Rundown 3… „

 

Das Gefäß

 

Fortzetzung folgt...